Samstag, 5. Dezember 2009

Eine kleine Geschichte um abgestellte Kartons



Es braucht nicht viel aber mindestens eine Sackkarre, ein paar Pappkartons und eine Idee.
Das ganze ergab zwei Pakete, darin zwei Schüler verpackt, die vor zwei Tagen mit besagter Sackkarre eben als zwei Pakete irgendwo in der Innenstadt Münsters verschoben und abgestellt wurden. Vor Karstadt, am Bült und in der Ludgeristrasse.
Zwei kartonierte Lebendskulpturen die dem äußeren Schein nicht mehr als menschengroße
Pakete ergaben. Und diese wurden verschoben und standen dann so herum. Einfach so. Passanten passierten, Flaneure flanierten daran vorbei. Blieben stehen. Und kontrollierten den Inhalt, weil ein Besitzer fern schien, der Absender fehlte und ein Empfänger nicht ermittelbar war.
Vorsichtig öffnen die Mutigen die Kiste und erschrecken mit einiger Regelmäßigkeit, weil sich etwas bewegt. Irgendwie ertappt.

Glühweinsehlige Frauen flirten mit dem Kartoninhalt, Händiecams filmen und dokumentieren das Geschehen. Man lichtet sich mit den Figuren ab, befragt die Schüler nach dem Sinn ihres Tuns. Sie seien eben einfach nur da. Ihr Job sei es im Karton verpackt, irgendwo herumzustehen. Ob sie Kunststudenten seien - nein Pakete sind sie nicht mehr. Und nicht weniger.


Josias, Jonas, Carl, Alexander, Federico und Marius stellen mit ihrer Kartonage eine geläufig verpackte und jahreszeiltich angepasste Frage in den öffentlichen Raum. Paket zu sein. Und das gleich doppelt.
Anstatt von Kunst zu sprechen - denn das würde ihre Paketerie ja als irgendetwas erklären - sprechen sie nur davon, Pakete zu sein. Abgestellt in den öffentlichen Raum.

Die Schüler von von Brigitte Bay-Strauss stammen vom Schlaun und vom Ratsgymnasium und erproben das Themas Courage performativ in der weihnachtmärktlichen Fußgängerzone.
Im Rahmen des Satellit Kunstvereines testen sie ihre Ideen und erproben sie spontan und sporadisch im Innenstadtbereicht. Wenn Sie also in Zukunft auf ihre Experimente treffen - entscheiden Sie selbst ob es Courage oder doch nur Kunst ist, was Sie sehen.

Einmischen sollten Sie sich so oder so....

Und wer das erste zufällig entstandene Video zu der Aktion sehen will, besuche diesen Videokanal, Vakho Sikharulidze fotographierte spontan das Geschehen und gab uns die Bilder zur Veröffentlichung frei.

Wer mehr sehen will, der komme am 18. Dezember in den Satellit-Kunstverein. Sie sind sehr herzlich willkommen!

Euer Ruppe Koselleck
für den Satellit-Kunstverein

Der Satellit Kunstverein ist ein Projekt von Ruppe Koselleck und dem Westfälischen Kunstverein zur künstlerischen Kunstvermittlung. Gefördert von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine im Rahmen des Projektes Collaboration.










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